Ihr erstes Aquarium: Komplette Anleitung für Anfänger
Ein Aquarium einzurichten mag einfach erscheinen, aber die Entscheidungen, die Sie jetzt treffen, bestimmen, wie sich Ihr Becken später entwickelt – und welche Fische Sie letztendlich halten können. In diesem Leitfaden gehen wir alle grundlegenden Entscheidungen mit Ihnen durch: die Größe des Beckens, Bodengrund, Filtersysteme, Beleuchtung, CO2, Einrichtung und Fische.
1. Die Größe Ihres Aquariums
Die zwei Fragen, die Sie beschäftigen: wie viel Platz habe ich, und welche Fische möchte ich halten? Für Anfänger ist ein fertiges Starterbecken (bis ca. 110 Liter) oft der einfachste Weg: erschwinglich, überall aufstellbar und komplett mit Licht, Filter und Zubehör.
Der Nachteil: Die eingebaute Ausrüstung macht Sie von einer Marke abhängig, und bei größeren Fischen stoßen Sie innerhalb weniger Jahre an die Grenzen des Beckens.
| Kleines Becken (Starteraquarium) | Großes Becken (auf Möbeln) | |
|---|---|---|
| Vorteile | Keine Möbel erforderlich, oft komplett geliefert, fairer Preis | Mehr Auswahl bei Einrichtung und Fischarten, stimmungsbestimmend im Raum, trotz der Größe benutzerfreundlich |
| Nachteile | Begrenzte Einrichtung und Fischauswahl, oft an eine Marke für Geräte gebunden | Schwer zu bewegen, Wasserwechsel braucht mehr Zeit, Filterausrüstung muss oft separat zusammengestellt werden |
Ein großes Becken benötigt immer ein stabiles Möbelstück – es ist viel Gewicht im Wasser. Der Vorteil: Solche Möbel bieten sofort Stauraum für Geräte und Pflegeartikel.
2. Bodengrund und Nährboden
Ihre Wahl hängt von der Fischart ab. Bei Cichliden und Raubfischen ist ein Nährboden meist nicht nötig – diese Becken sind oft nicht (dicht) bepflanzt. Bei einem dicht bepflanzten Gesellschaftsbecken erspart Ihnen ein Nährboden das Hantieren mit flüssiger Düngung oder Wurzeldüngung und hält oft länger als 2 Jahre.
Wählen Sie immer fisch- und aquarienfreundlichen Kies, vorzugsweise glatt, damit Bodenfische wie Kuhli-Schmerlen oder Corydoras sich nicht verletzen. Spülen Sie Kies immer zuerst aus – oft befindet sich noch Gesteinsstaub darauf.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Bodengrundaufbau:
- Tragen Sie eine 1-2 cm dicke Schicht Nährboden auf.
- Decken Sie diese mit 3-5 cm Kies oder Sand ab.
- Füllen Sie das Becken zur Hälfte mit Wasser.
- Stechen Sie mit dem Finger oder einer Pinzette Löcher in den Boden, um Pflanzen zu setzen.
Möchten Sie mehr über die Wahl des richtigen Bodengrunds erfahren? Lesen Sie unseren ausführlichen Leitfaden: Bodengrund wählen: Kies, Sand oder Nährboden?
3. Filtersysteme
Der Filter hält Ihr Wasser frei von schädlichen Stoffen – der Unterschied zwischen Leben und Tod für viele Bewohner. Es gibt zwei Haupttypen.
Innenfilter
Im Becken selbst befestigt, oft mit Saugnäpfen, oder in einem Fach bei Starterbecken eingebaut. Arbeitet mit austauschbaren Schwämmen oder Kartuschen, eventuell ergänzt mit Carbon oder keramischem Biofiltermaterial. Die Wartung erfolgt immer im Becken selbst.
Außenfilter
Befindet sich außerhalb des Beckens. Eine Pumpe transportiert das Wasser über einen Schlauch zum Filter, wo es mehrere Schichten Filtermaterial durchströmt und anschließend zurückgepumpt wird. Mehr Platz für verschiedene Filtermaterialien bedeutet eine präzisere Steuerung der Wasserwerte. Außenfilter werden hauptsächlich bei Becken über 100 Litern verwendet; für kleine Becken und Nano-Aquarien sind sie weniger geeignet.
4. Beleuchtung
Die Beleuchtung simuliert Tageslicht für Ihre Pflanzen und Fische. Wichtiger als die Stärke ist oft die Dauer: Rechnen Sie mit 6 bis 10 Stunden pro Tag, abhängig von den Bewohnern und der Bepflanzung.
- Zu wenig Licht: Pflanzen wachsen schlecht, produzieren weniger Sauerstoff
- Zu viel Licht: Algenwachstum nimmt zu
Bei Algenbefall können Sie die Beleuchtungsdauer verkürzen oder den Lichtzyklus unterbrechen (z.B. 4 Stunden an, 4 Stunden aus, 4 Stunden an). Eine Zeitschaltuhr – manchmal in die Beleuchtung integriert, manchmal separat zu kaufen – macht dies wesentlich einfacher zu handhaben.
5. CO2-Systeme
CO2 ist nicht für jedes Aquarium notwendig, aber ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen (und für Moos und Algen) in dicht bepflanzten Becken. Es gibt drei Möglichkeiten, CO2 hinzuzufügen:
- Tabletten: handlich und effektiv als Boost, mit begrenztem Einfluss auf Wasserwerte
- Flüssiges CO2: für die meisten Hobbyisten ausreichend, oft mit Düngung kombiniert
- CO2-System (Flasche + Druckregler + Blasenzähler): die genaueste Methode, geeignet zur blasenweisen Dosierung, aber auch die aufwendigste – vor allem bei größeren Becken verwendet
Möchten Sie mehr über das Düngen in Kombination mit CO2 erfahren? Lesen Sie unseren Leitfaden: Aquarienpflanzen düngen: Ein Anfängerleitfaden
6. Holz, Steine und Pflanzen
Holz
Verwenden Sie nur Holz, das speziell für Aquarien behandelt wurde. Lassen Sie es zuerst in einem Eimer Wasser einweichen, um Staub und Schmutz zu entfernen, und halten Sie es unter Wasser, bis es gesättigt ist und nicht mehr schwimmt (beschweren Sie es gegebenenfalls mit einem Stein). Achtung: Holz kann das Wasser leicht gelblich färben und Filtermaterial wie Schwämme braun verfärben – das ist normal.
Steine
Von Bruchstein bis Drachenstein: Kaufen Sie Steine immer in einem Aquarienfachgeschäft, damit Sie sicher sein können, dass sie für den Einsatz im Becken sicher sind. Unter Wasser wirken Steine immer einen Ton dunkler als darüber. Spülen Sie Steine vor Gebrauch ab und befestigen Sie mehrere Steine mit Aquarienkleber übereinander, um ein Zusammenbrechen zu verhindern – auch während der Wartung.
Pflanzen
Aquarienpflanzen passen zu fast jedem Gesellschaftsbecken, sind aber schwieriger mit Buntbarschen und Raubfischen zu kombinieren. Grüne Pflanzen sind im Allgemeinen weniger abhängig von zusätzlicher Düngung dank Photosynthese; rote Pflanzen benötigen in der Regel mehr Nährstoffe.
Pflanzen mit oberirdischen Wurzeln – wie Anubias, Bucephalandra und Microsorum – pflanzen Sie nicht in den Bodengrund, sondern befestigen sie mit Aquarienkleber oder Garn an Holz oder Stein.
7. Fische
Die Fischauswahl beeinflusst eigentlich alle vorherigen Entscheidungen, aber die Fische selbst sind meist das Letzte, was Sie hinzufügen – lassen Sie das Becken zuerst einige Wochen einlaufen, damit sich eine stabile Bakterienkultur entwickeln kann.
Gesellschaftsbecken
Beherbergt mehrere, nicht-räuberische (oft Schwarm-)Fische, wie die Neon-, Guppy-, Schwertträger- und Corydoras-Familien, sowie Algenfresser wie Ancistrus.
Buntbarschbecken
Oft größer im Format mit weniger Bewohnern, da Buntbarsche weiterwachsen. Nicht alle Arten können miteinander kombiniert werden – Malawi-Buntbarsche sind zum Beispiel ziemlich dominant, und einige Arten greifen sich gegenseitig an. Lassen Sie sich hierüber immer gut informieren, bevor Sie Arten zusammensetzen.
Zweifeln Sie noch?
Kommen Sie gerne in unserem Geschäft in Heinkenszand vorbei – wir beraten Sie gerne bezüglich des richtigen Beckens, der Ausrüstung und der Fische für Ihre Situation.