Garnelen füttern: der komplette Ratgeber
Garnelen zu füttern scheint einfach, aber genau hier geht es oft schief: Zu viel Futter beeinträchtigt die Wasserqualität schneller als bei Fischen, da Garnelenaquarien oft kleiner sind und weniger Pufferkapazität haben. Dieser Leitfaden erklärt, was, wie viel und wie oft Sie füttern sollten.
Was fressen Garnelen von Natur aus?
Garnelen sind Allesfresser, die den Großteil des Tages Biofilm, Algen und organisches Material abweiden. In einem gut eingelaufenen, dicht bepflanzten Aquarium decken sie einen Großteil ihres Nährstoffbedarfs bereits hieraus – zusätzliches Futter ist eine Beifütterung, keine Hauptmahlzeit.
Arten von Garnelenfutter
Tägliches Hauptfutter
Sinkendes Granulat oder Pelletfutter, speziell für Garnelen formuliert:
- Sera Shrimp Granules – wasserstabiles Granulat mit Spirulina und Weidenrinde
- Hikari Shrimp Cuisine – pflanzliches Futter auf Algenbasis, sowohl für Neocaridina als auch Caridina geeignet
Snacks und Zusatzfutter
- SuperFish Shrimp Sticks – bleiben länger intakt auf dem Boden, ideal zum mehrtägigen Abweiden. Verwenden Sie einen keramischen Halter, um den Stick ordentlich aufrecht zu halten
Lebend- und Frischfutter
Für zusätzliche Proteine und zur Zuchtstimulation können Sie gelegentlich Frischfutter anbieten, wie z.B. lebende Garnelen als Futter für größere Bewohner – Achtung: Dies ist für Fische gedacht, die Garnelen fressen, nicht für Ihre eigene Garnelenkolonie.
Wie viel und wie oft füttern?
Hier entstehen die meisten Anfängerfehler. Beachten Sie folgende Faustregel:
- Füttern Sie 1 bis 2 Mal pro Tag, in einer Menge, die innerhalb von 2 bis 3 Stunden vollständig aufgefressen wird
- Ist nach ein paar Stunden noch Futter übrig? Entfernen Sie es und füttern Sie beim nächsten Mal weniger
- In einem gut bepflanzten, reifen Aquarium können Sie sogar einen Tag aussetzen, ohne dass die Garnelen dies merken – sie weiden dann einfach weiter Biofilm ab
Faustregel: Lieber zu wenig als zu viel. Eine Garnelenkolonie in einem gesunden, bepflanzten Aquarium überlebt gut mit etwas weniger Futter, erholt sich aber schwer von einem Wasserqualitätsproblem durch Überfütterung.
Warum Überfütterung gefährlich ist
Ungefressenes Futter zerfällt zu Ammoniak – genau die Substanz, die in hohen Konzentrationen tödlich für Garnelen ist. Da Garnelenaquarien oft kleiner sind (Nano-Aquarien), hat zu viel Futter eine relativ größere Auswirkung auf die Wasserqualität als in einem großen Gesellschaftsaquarium.
Füttern während der Häutung
Garnelen häuten sich regelmäßig, um zu wachsen. Kurz nach der Häutung sind sie besonders empfindlich und verstecken sich oft. Füttern Sie in dieser Zeit etwas vorsichtiger – sie fressen ohnehin weniger aktiv – und lassen Sie das abgeworfene Panzer einfach liegen: Es ist eine wertvolle Mineralquelle, die die Garnele selbst wieder frisst.
Fütterungstipps pro Situation
- Neues, junges Becken: Füttern Sie vorsichtig und in kleinen Mengen – es ist noch wenig Biofilm vorhanden
- Reifes, dicht bepflanztes Aquarium: Sie können auf 1 Mal pro Tag oder sogar jeden zweiten Tag füttern
- Zuchtbecken: etwas öfter und mit proteinreicherem Futter wie Hikari Shrimp Cuisine, für optimales Wachstum der Jungtiere
Fragen zur Ernährung?
Besuchen Sie uns gerne in unserem Geschäft in Heinkenszand für persönliche Beratung zur richtigen Ernährung für Ihre Garnelenkolonie, oder stellen Sie Ihre Frage über den Chat.